Um etwa 8:30 klingelte mein Handy: Eine SMS von Petra.
In dieser teilte sie mir mit, dass sie und die andren um etwa 11 Uhr in DF ankämen und mir einen Treffpunkt vorgeschlagen.

Ira und ich haben uns also so gaaanz langsam aus dem Bett geschält… oder zumindest so getan… iPodTouch sei dank haben wir schnell rausgefunden, dass ich über ne halbe Stunde bis dahin brauchen würde… also doch aufstehen… :-(

Ich bin dann unter die Dusche (endlich ein großes Badetuch!!!) und Ira hat angefangen Frühstück für uns zu machen.
Nachdem ich angezogen war, bin ich runter, wo ich erst mal die Schwiegermutter von Iras Onkel kennenlernte. Das ganze natürlich auf Spanisch, schließlich ist die Argentinierin. Ging aber gut, ich werd wirklich besser! :-)

Ira hat dann ein fürstliches Frühstück auf den Tisch gezaubert und ich habe mich gewundert, warum ich noch nicht einen Ton von ihrem grade mal 2 Monate alten Cousin gehört habe. Normalerweise geben Babies in dem Alter ja schon so einige Laute von sich. Hab dann auch gesagt, dass ich bezweifel, dass der existiert.

Irgendwann kam dann Iras Onkel runter und hat dann mit uns gefrühstückt. Wir haben dann auf der Karte den Treffpunkt gesucht. Er meinte wäre zu gefährlich, weil da zuviel Verkehr wäre. Hab dann mit Petra geschrieben und wir haben nen andren Treffpunkt ausgemacht.
Irgendwann kam dann auch Iras Tante und wir haben gequatscht.
Ira fragte dann, ob sie ihren Cousin holen dürfe, damit ich ihr endlich glaubte, dass der existiert.
SÜSS!!! Ein echter Strahlemann!!! :-)
Wobei alle Kinder hier in Mexiko viel, viel ruhiger und glücklicher sind. Das sagt auch Petra. Warum, das haben wir auch noch nicht herausgefunden.

Dann kam die SMS von Petra: In 30 Minuten sind wir da!
Taxi gerufen, Iras Tante hat mit dem Taxista verhandelt und ich musste mich endgültig von Ira, meiner Hermanovita, verabschieden!!!
Hab fast geweint! Aber wir sehen uns ja wieder!!! Hamburg ist ja umme Ecke!!! ;-)

Ich bin dann mit dem Taxi durch halb DF gefahren, hab mit Mühe die Augen aufgehalten und als ich endlich ankam, war ich glücklich, dass die andren am vereinbarten Ort schon warteten.

Wir sind weiter nach Xochimilco gefahren, haben die Einkäufe (Wein und Knabberzeug) gepackt und sind zu den Booten gegangen.

Die Jungs haben dann erstmal ne halbe Stunde mit dem Gondeliere (falls man das hier so nennt) verhandelt, Nestor hat nochmal ne Vorratsladung Bier auf Eis bestellt und dann gings los!

Also ich hab in den letzten 9 Wochen in Mexiko mich ja schon an vieles gewöhnt, aber das war noch einmal unglaublich!!! Auf einem Kanal schwammen bergeweise Boote mit Touristen wie wir, kleine Boote manövrierten da hindurch, um Süßigkeiten, Getränke, Elotes (Maiskolben mit Mayo), Quesadillas, Blumen oder sonst noch etwas zu verkaufen und am Ufer waren Geschäfte, Restaurants und Toiletten, die nur vom Wasser aus zugänglich sind.

Unser Boot: Edith CarmelitaWir sind ganz gemütlich 3 Stunden über den Kanal geschippert. Irgendwann hat mich die Müdigkeit übermannt und ich hab mich vorne im Boot hingelegt und hab ne Runde geschlafen :-)
Gut, ich hatte die Sonnencreme vergessen und daher anschließend leicht errötet, aber dafür war ich wieder etwas fitter!
Zum Schluss hab ich ein paar Olaten (glaub zumindest, dass die so geschrieben werden) gekauft. Großes halbrundes Esspapier, mit Honig zusammengeklebt und dazwischen Samenkörner.

Nachdem wir angelegt hatten sind wir noch zu einem Markt gefahren. Da mal wieder mega viel Verkehr war und für mich Autofahren immer noch das beste Schlafmittel ist, bin ich natürlich wieder eingepennt.
Tja, Markt gab es an diesem Tag nicht, weil ein Festival mit traditioneller mexikanischer Musik stattfand. Wir haben dann was gegessen und sind über den Artesania-Markt geschlendert. Noch einmal auf Toilette und ab ging es zurück nach Cuernavaca!

Natürlich sind wir nicht über die teure Autopista, sondern über die kostenlose (und angeblich bei Tageslicht mit wunderschöner Aussicht) Cartera gefahren.
Naja, Cuerna bei Nacht vom Berg aus betrachtet ist auch sehr sehenswert!!!

Zu Hause angekommen, bin ich in mein Zimmer und dachte: Da fehlt doch etwas!
Dafür hörte ich das Rattern einer Nähmaschine.
Irgendwann bekam Paty mit, dass ich wieder zurück war, machte mir Quesadillas und beim Abendessen erfuhr ich dann, dass sie die Nähmaschine aus meinem Zimmer geholt hatte, um die Vorhänge für das neue Haus zu nähen. Gut, also muss meine Creme eben wo anders Platz nehmen.
Nach dem Cena bin ich nur noch ins Bett, sofort eingeschlafen und hab bis zum nächsten Morgen wie ein Stein geschlafen! :-)

Ja ihr habt die Überschrift richtig gelesen!!! :shock:
Die Toten Hosen (kurz DTH) waren zu Besuch in Mexico-Cit (kurz DF für Districto Federal) und wir konnten und wollten uns das nicht entgehen lassen!!!
Wer wir sind? Vier Deutsche (Sini, Matthias, Ira und ich) und zwei Mexikaner (Nancy und ihr Bruder Pablo).

Auf Flickr hab ich ein eigenes Album für dieses denkwürdige Ereignis erstellt, dort könnt ihr auch ein kurzes Video sehen.

Aber am besten fang ich wieder von vorne an.

Ich habe morgens mit Omimi geskypt (jawohl, 90 Jahre und trotzdem keine Angst vor der Technik! Du bist toll, Oma :-) ) und anschließend meine sieben Sachen gepackt, da ich bei Ira bzw. im Haus ihres Onkels und ihrer Tante übernachten wollte.

Sini hatte am Samstag noch Unterricht, also haben wir uns bei ihr und Matthias getroffen.
Dort haben uns Nancy und Pablo mit dem Taxi eingesammelt. Nein, ihr braucht euch nicht wundern, wie wir mit 5 Mann in ein Taxi gepasst haben, das ist normal hier, die Autos sind genauso groß wie in Deutschland, aber die Mexikaner sind eben kleiner, also passt das. Naja, wir waren nun aber leider drei Deutsche, also war es dann doch ein wenig… ähm… kuschlig! ;-)

An der Busstation angekommen, haben wir schnell die Tickets gekauft, ich bin nochmal auf Toilette und dann ging es durch die Sicherheitskontrolle, jawohl: SICHERHEITSKONTROLLE! Allerdings mexikanisch gelassen.
Im Bus, gab es dann „Nur noch 60 Sekunden“ auf Spanisch. Da aber die Dämmerung einsetzte und wir im Dunkeln in DF ankamen, war ich doch recht müde.

Wir sind dann zur Metro gelaufen (2 Pesos) und zum Hotel gefahren. Die andern vier haben dann eingecheckt (Viererzimmer für insgesamt 600 Pesos, in nem guten Hotel). Die beiden Jungs sind dann los Bier holen und wir Mädels haben nochmal geguckt, ob wir gut genug für Campino aussehen ;-)

Als die Herren zurückkamen, wurden also erst mal Bierchen getrunken und Chips gemampft, dabei plärrte aus Nancy Handy Hosen-Musik und wir mixten fröhlich munter Spanisch und Deutsch.
Zwischendrin rief Ira an, um zu klären wann wir denn nun endlich ankommen würden.

Irgendwann sind wir dann, alle mit ausreichend Klopapier ausgestattet, losmarschiert. Meinen Rucksack hab ich im Hotel gelassen, da Iras Onkel aus Krankheitsgründen dann doch nicht mitgekommen ist und somit kein Kofferraum vorm Veranstaltungsort (Parkplatz vom altem Gebäude vom Goethe-Institut) zur Verfügung stand.
Warum Klopapier? Ganz einfach: Erfahrung!!! Insbesondere in Mexiko gibts auf den öffentlichen Toilette seltenst Toilettenpapier.

Als wir ankamen, spielte bereits die Vorgruppe Cadena Perpetua aus Argentinien.
Ira gesucht, gefunden, um den hals gefallen und vorgestellt. Was macht man dann logischer Weise als nächstes? Richtig! Einen Sixpack Bier holen! :lol:
Wir standen dann vorm Eingang und wunderten uns darüber, wo auf einmal so viele Deutsche herkamen! Fast nur deutsche Gesichter und fast jedes Wort war Deutsch.
Eigentlich hätte ich gern ein T-Shirt oder sowas gekauft, aber es gab nur Sachen von der Vorgruppe, also wollte ich warten, was die so drauf haben, nach dem Konzert ist ja auch noch Zeit… ;-)

Ira und Sini sind dann rein, um die vorbestellten Karten zu holen (also Vorverkaufspreis und nicht Abendkasse): 200 Pesos (=10 €).
AK waren übrigens 250 Pesos (12,50€)
Wir haben noch die Dosen leer gemacht (Matthias fands gar nicht schlimm, dass Ira kein Bier mag ;-) ) und sind rein gegangen.

Mein DTH-Ticket

Das erste was wir sahen waren die Damentoiletten, also haben wir die erst einmal besucht: Schock-Schwere-Not: Es gibt Klopapier, Seife und Papierhandtücher in ausreichendem Maß!!! :shock:

Dann sind wir raus und standen schon auf dem alten Parkplatz. WINZIG!!!
Wir haben uns dann ein Plätzchen am Rand ziemlich weit vorne gesucht und die Jungs sind weder ne Runde Bier holen gegangen (ja, das zieht sich durch den ganzen Abend, wir müssen ja den mexikanischen Vorurteilen über Deutsche gerecht werden).
Die Vorgruppe war echt super und ich muss mir von denen wirklich mal ne CD besorgen, also wenn jemand Lust hat mir ne Freude zu machen: Eine CD von Cadena Perpetua aus Argentinien bitte!!! ;-)

Dann ne Weile nur Musik vom Band, während mit akribischer Genauigkeit (waren Deutsche, was sonst!) die Mikrofonständer ausgerichtet wurden.

Endlich war es so weit und ca. 500 Leute (2/3 davon Deutsche) fingen an zu jubeln, als DTH auf die Bühne kamen!!!
Es war super!!! Jeder der schon einmal ein Hosenkonzert besucht hat, weiß, wie die sich auf der Bühne verausgaben, aber das ganze dann noch auf diesem winzigen Parkplatz mit nur 500 Zuschauern in DF ist einfach nicht zu übertreffen!!!

Was gespielt wurde?
Alte Stücke, neue Stücke, Klassiker der DTH, The Clash und zwei argentinische Stücke.

Es dauerte nicht lange und wir waren alle klitschnass geschwitzt, aber da Campino ständig aufgedrehte Wasserflaschen und geöffnete Bierdosen in die „Menge“ warf und wir weit vorne standen, gabs regelmäßig ne erfrischende Dusche :-D

Nach 2,5 Stunden (kam uns viiiiiiiiiiiieeel kürzer vor) gabs die letzte Zugabe und so langsam leerte sich der Parkplatz :-(
Wir haben uns dann schlückchenweise versammelt (in dem Chaos während dem Konzert hatten wir uns natürlich aus den Augen verloren), sind auf Toilette und dann haben wir uns auf dem Weg zurück zum Hotel gemacht.

Auf dem Weg haben wir das gemacht, was man laut Reiseführer auf gar keinen Fall machen soll: Bei einem der Straßenstände gegessen :-)
War lecker, nur hätte ich bei meinem zweiten Taco doch nicht den Verkäufer fragen sollen, ob die Guacamole scharf ist… danach hatte ich nämlich Magenschmerzen, soooo scharf (und das ist noch himmelweit untertrieben) war die!!!

Im Hotel angekommen, wollten Ira und ich eigentlich nur schnell meinen Rucksack holen, aber Matthias hat uns dann mit dem Argument, dass ein Bier den Brand in meinem Magen löschen könnte dann doch noch überreden können zu bleiben.
Also haben wir uns es gemütlich gemacht, Bier getrunken, gequatscht und dabei interessante Dinge (Klatsch und Tratsch) über unsere Lehrer erfahren… sehr informativ!!! :-D

Irgendwann sind Ira und ich dann doch mit dem Taxi zu ihrem Onkel gefahren und gegen kurz vor 3 Uhr tot müde ins Bett gefallen! Was für ein Tag!!! :-)

PS: Irgendwann am Sonntagmittag nach nem Gläschen halbtrockenen Weißwein aus Rheinhessen auf Eis war ich auch meine Magenschmerzen dann wieder los ;-)

Diese Woche war die letzte Woche von Ira.
Mit ihrer überschwenglichen Art war sie uns allen in kürzester Zeit ans Herz gewachsen und daher haben wir so einiges angestellt, um ihr einen gebührenden Abschied zu bereiten.

Montag waren wir beim Salsakurs und weil keine von uns sich mit denen, dieses mal noch fieseren Typen, abgeben wollte, haben wir kurzer Hand zusammen getanzt. Wir waren aber total albern und haben die Drehungen einfach nicht richtig hinbekommen. Wir lagen fast auf dem Boden vor Lachen! :lol:

Mittwoch waren wir zusammen zuerst bei Ghandi, einem Buchladen (hab natürlich bergeweise Bücher gekauft), dann bei Starbucks und sind anschließend im Eiltempo (es dämmerte) zu Walmart gelaufen.
Mexikanische Supermärkte sind schon irgendwie anders als Deutsche. Größer und natürlich mit ganz andren Waren. Zunächst hab ich mir eine Tortilla-Quetsch-Maschine in den Korb gepackt, dann ging es auf die Suche nach ner Handcreme für mich. Ich hatte bei meinen Vorbereitungen in Deutschland nämlich die Seifen hier unterschätzt, sind schlimmer als gedacht, also geht mein Vorrat zu Ende. Ich hab mich dann entschieden für teuer Geld eine Babygesichtscreme zu nehmen.
Wir sind noch durch alle Gänge gelaufen und ich hab festgestellt, dass ich definitiv nochmal wieder kommen muss, um mein Carepaket für Deutschland zu kaufen! ;-)
Danach ging es mitsamt der Einkäufe im Taxi heim.

Donnerstag war der letzte Abend von Ira und daher haben wir diesen Tag noch einmal extra voll gepackt (packen ist ja unwichtig!)
Zuerst sind Ira und ich ins Kino. Da der Film ne Stunde später als im Programm angegeben anfing sind wir noch ein Käffchen trinken gegangen.
Im Kino (natürlich wieder VIP) haben wir Sushi und Getränke bestellt und uns auf einen lustigen Film namens „Hay siempre tiempo para reír“ (Es ist immer Zeit zum Lachen, Originaltitel: Funny People) mit Adam Sandler gefreut. IRRTUM!!! Hab selten so einen schlechten Film gesehen! Der war so schlecht, dass der schon fast wieder gut war. Außerdem haben wir den wie hier üblich im englischen Originalton mit spanischem Untertitel gesehen und so ziemlich jedes zweite Wort was ich hörte war „F***“, die einzigen, die im Film nicht geflucht haben waren die zwei kleinen Mädchen.
Da Ira ein wenig Kopfweh hatte und noch packen musste wollte ich sie mit dem Taxi bei ihr zu Hause absetzen und dann weiter zu einem Club, wo ich mit Petra und Hilde verabredet war, um ein Konzert zu besuchen. Im Taxi hat sich Ira spontan entschlossen trotzdem mitzukommen, denn schlafen kann man ja auch noch, wenn man alt ist! RICHTIG SO!!! :-)
Petra, Hilde und ich kannten den Club schon, ziemlich versnobt, wie die meisten Clubs hier und als Kellner gibts hier die seltsamsten Typen überhaupt. Einer trug die ganze Zeit seine Sonnenbrille: nachts! in einem Club, wo es eh schon dämmrig ist! Naja und dann meinte er, er könnte nicht erkennen, ob unsere Gläser voll oder leer sind! :lol:
Die Bands waren übrigens schlechter als jede Schülerband. Jede Band spielte für 15 Minuten, dann wurde alles auf der Bühne ab- und wieder aufgebaut und etwas mehr als ne halbe Stunde später kam die nächste Band für 15 Minuten usw.
Wir sind daher dann auch recht früh nach Hause gefahren.

Freitag Morgen kamen Ira und ich gleichzeitig vor der Schule an, sie natürlich mit Sack und Pack, da sie unmittelbar nach der Schule zum Bus nach Mexico-City fahren wollte.
Natürlich sind wir uns erst mal um den Hals gefallen. Ich hab ihr dann geholfen ihren Kram ins Büro zu bringen. Als wir dann im Garten ankamen, war Petra schon da. Ira überreichte ihr ne Tüte, mit roten kleinen Päckchen drin, mir hatte sie eine ebensolche schon vor der Schule in die Hand gedrückt. Da hat sie doch glatt für uns zum Abschied jeweils einen Adventskalender gebastelt!!! :-o

Adventskalender

Also sind wir uns alle drei nochmal um den Hals gefallen :-)
Ana Laura (die immer alles gracioso = putzig, niedlich findet), war natürlich auch gerührt.
Der Schulfreitag verging dann auch wie im Flug und natürlich war ausgerechnet heute Javier pünktlich! Die Parole lautete: Nicht weinen, wir sehen uns ja morgen wieder!!!

Sonntag hab ich etwas früher Mittag gegessen, bin dann zum Glorieta de Tlatenango (Kreisverkehr meiner Colonia) und hab mich dort mit Ira getroffen.
Ab da fährt nämlich der „Autobus“ nach Tepoztlan. Autobus ist eigentlich zuviel gesagt, es ist nämlich nur eine Ruta, die über die Landstraße und die Dörfer tuckert. Der Blick während der Fahrt ist einfach herrlich! Schon allein dafür lohnt es sich nach Mexiko zu kommen, so grüne Berge gibts in Europa nicht!
Kurz vor Ocotepec ist dann eine Luftballonverkäuferin zugestiegen. Woher ich weiß was die Frau beruflich macht? Sie hat ihre Waren mit in die Ruta gequetscht! Der ganze hintere Bereich war voller Luftballons! :lol: Die Fotos sind mal wieder nur halb so gut wie die Wahrheit.

Luftballonüberschuss in der Ruta

Der Busfahrer hat uns dann an der Endstation rausgeschmissen und Ira und ich haben uns am Kirchturm orientiert, um zum Markt zu finden. Erst mal in die nächste Taqueria auf Toilette!
Dann sind wir ganz gemütlich und in aller Seelenruhe über den Markt geschlendert, haben Schmuck, Artesania, Kitsch und Klamotten bewundert und sind dann schließlich im nächsten Tepoznieves rein, um das obligatorische Eis zu essen. Ich hatte die Kombination: Jamaica (Hibiskusblüte), Tres Leches (dreierlei Milch), Oreo (mit Keksen) und Fresa de agua (Erdbeercremeeis ohne Sahne): LECKER!!!
Beim Essen sind wir (natürlich noch langsamer als zuvor) weiter geschlendert und haben die fantastischen, bunten Holzfiguren bewundert. Später, nachdem wir aufgegessen haben, haben wir auf dem Markt noch ein paar Mitbringsel (Ohrringe für uns) bzw. Geschenke (ihr müsst bis Weihnachten warten) gekauft.

Als es so langsam anfing zu dämmern sind wir zurück zur Busstation. Aber die war nur für die ankommenden Busse, die für die abfahrenden mussten wir erst noch suchen. Wir sind dann einfach den restlichen „Massen“ (also den paar Menschen, die eindeutig Touristen waren) gefolgt und pünktlich wie die Maurer 4 Minuten vor Abfahrt der langsamen Ruta angekommen.
Zuerst wollten wir den schnellen Autobus nehmen, aber der war ausverkauft, also wieder ab in die Ruta. So haben wir für den Bus 4 Pesos gespart und an Taxikosten ca. 10 Pesos.
Natürlich war auch diese Fahrt ein Abenteuer für sich und wir haben kaum an uns halten können! Der Busfahrer hat die ganze Zeit mexikanischen Schmachtschlager gespielt, das riesige Holzkreuz, das vom Innenspiegel baumelte schlug immer wieder gegen die Scheibe und als wir grad Cuernavaca erreichten, stieg ein CD-Verkäufer zu (ist normal hier) und wollte uns CDs für 5 Pesos im Sonderangebot andrehen. Als wir an der Glorieta de Tlatenango ankamen, sind wir ausgestiegen und haben erstmal laut losgeprustet! :lol:

Wir sind dann getrennt in Taxis gestiegen und heim gefahren. Als ich zu Haus ankam, hatte Ira mir schon ne SMS geschickt, dass sie heil zu Hause angekommen sei und ich hab natürlich sofort geantwortet.
Am nächsten Morgen in der Schule hab ich dann erfahren, dass meine SMS erst um kurz vor 11 bei ihr ankam und sie schon am Überlegen war, wie sie die Suche nach mir einleiten soll.
Die Arme!!! Hatte sich wegen dem miesen Handyservice von Telcel die halbe Nacht Sorgen gemacht!

Am Samstag sind Ira und ich dann ganz früh mit der Exkursion der Schule nach Puebla gefahren. Wir haben uns schon um 7 Uhr morgens vor der Schule getroffen! Paty, lieb wie immer, hatte für Ira auch ein Lunchpaket gemacht, selbstverständlich ohne Fleisch! :-)
Diesmal sind wir mit 2 Autos (wieder 8-Sitzer) gefahren, in einem saßen wir von der UNINTER, im andren eine Gruppe von 3 anderen Schulen.

Zuerst haben wir auf einer Raststätte halt gemacht, damit wir alle mal den Popocatépetl (kurz: el Popo) sehen und fotografieren konnten. Gleiches galt natürlich auch für seinen „kleinen Bruder“ Itzaccíhuatl.

Popocatépetl

Dann ging es weiter um den Anfang für den Anfang für den heutigen Kirchenmarathon zu machen.
Wir sollten die Kirche San Francisco Ecatepec besuchen, aber leider war die wegen Renovierungsarbeiten gesperrt. Darum hier nur der Link zu einem Reiseportal in Englisch.
Statt dessen haben wir vor der Kirche stehend die Geschichte über ihre Besonderheiten angehört, den armen, kleinen und total süßen Straßenhund bemitleidet (wenn man Fleisch braucht, hat man natürlich keins) und sind wieder in die Autos gestiegen und zur nächsten Kirche gefahren.
Santa Maria Tonanzintla. Dort sind wir in das Ende einer Taufe geplatzt, aber da auch eine mexikanische Schülergruppe (ca. 80 Personen) grad über die von außen recht klein wirkende Kirche herfiel, sind wir nicht sehr aufgefallen. Von Außen dachte ich zunächst, ja, ist ja ganz nett, aber eben ne Kirche wie immer in Mexiko. FALSCH GEDACHT!!! Als wir rein sind, hatte ich Müh meinen Mund wieder zuschließen! 8-O
Leider war fotografieren innen verboten, also müsst ihr euch mit den Bildern auf dem Link oben zufrieden geben.

Danach, alle ganz schnell (ich komm mir bei den Exkursionen irgendwie sehr japanisch vor) ins Auto und ab nach Cholula.
Hier wollten wir die archäologische Zone besuchen. Das Besondere hier ist, dass die Spanier (Cortés) eine Pyramide (wahrscheinlich war sie Quetzalcoatl geweiht) zuschütten ließen und auf ihr die Kirche „Santa Maria de los Remedios“ bauten.
Wir sind dann über die Ebene gelaufen, haben uns den großen Platz angesehen und wollten eigentlich auch durch die Tunnel der Pyramide gehen, was aber nicht möglich war, weil gerade Restaurierungsarbeiten stattfanden :neutral:
Die andren sind dann (in der Mittagshitze und mit knurrendem Magen) die Pyramide hochgestiegen, um die Kirche zu besuchen. Ira und ich, haben das sein gelassen, weil wir beide keine Lust auf nen Kreislaufkollaps hatten und haben statt dessen im OXXO Kaugummis gekauft und den Apfel aus unserem Lunchpaket gemümmelt. War der erste Apfel hier, der nach Apfel schmeckte! :-) Die sind hier nämlich alle aus den USA importiert.
Wir sind dann zurück zu den Autos und nach und nach trafen die andren ein: Die Kirche war ebenfalls geschlossen :lol:

Dann ging es endlich nach Puebla!
Geparkt wurde natürlich direkt gegenüber dem Restaurant, in dem unsere Mittagspause vorgesehen war. Schon wieder kam ich mir wie ein japanischer Tourist vor. Ich hab dann „Chiles en Nogada“ gegessen. War ganz lecker, aber die von Paty sind um Längen besser :-) Falls ich alle Zutaten in Deutschland auftreiben kann, koch ich die ml für euch!
Ira hatte gar kein Glück mit ihrem Essen. Sie hatte extra gefragt, ob die Gemüsesuppe ohne Fleisch wäre und was schwamm oben auf der Suppe? Hühnerfleisch! Ist nämlich angeblich kein Fleisch :?:

Dann sind wir, über den Artesanias-Markt (Zeit zum gucken blieb nicht) zum Zócalo gerannt, dort wurde uns dann alles Wissenswerte über Puebla erzählt und weiter ging es! Das fast alle von uns gern zumindest für 10 Minuten gerne die Gelegenheit ergriffen hätten, der Band, die wegen eines Festivals gerade umsonst und draußen vor der Kathedrale spielte, wurde übergangen. Ich hab echt gedacht ich bin in Europa!
Dann sind wir zur „Capilla del Rosario“, die wie alle 365 Kirchen in Puebla zur Mittagszeit geschlossen war. Wir haben dann 2 Stunden Freizeit bekommen.

Ira und ich sind zusammen mit nem amerikanischen Ehepaar und Liam (Australier von ner andren Schule) zum Markt gegangen. Dort haben wir das Ehepaar irgendwann verloren und sind zu dritt weiter.
Alle haben wir das ein oder andre Mitbringsel bzw. Geschenk gekauft und ich konnte einige Fotos schießen. Dann sind wir zurück zur Capilla geschlendert. Unterwegs hat Liam immer wieder versucht ein Trikot der Pumas (Fußballmannschaft von Cuernavaca) zu kaufen, war aber natürlich erfolglos. Ira und ich haben währenddessen unsere Beute aus der Panederia (Bäckerei) verputzt :-)
Die Capilla war echt beeindruckend und ich hab das ein oder andre Foto gemacht, damit ihr einen Eindruck von diesem Überfluss an Dekorationen bekommt!

Danach ging es wieder zurück zu den Autos, nochmal schnell zur Toilette im Restaurant und ab zurück nach Cuernavaca. Dank Stau haben wir über 3 Stunden gebraucht und da wir keine Pause gemacht hatten, war meine Blase kurz vorm platzen!
Ich hab dann schnell 4 Taxen gerufen, dafür durfte ich das erste nehmen und bin heim, hab „Hola Paty, baño!“ gesagt, Treppe hochgerannt und mit letzter Kraft die rettende Toilette erreicht!
Dann hat Paty mir noch ein paar Quesadillas zum Abendessen gemacht, ich hab gegessen und ihr von meinem Tag erzählt und anschließend noch eben über Skype mit Ira die Details für den nächsten Tag besprochen.

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