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Tja, natürlich muss ich mal auf Toilette oder mich duschen, genau dafür habe ich mein eigenes (!!!) Badezimmer “mi baño”.

Gut, an und für sich ist ein Badezimmer eben ein Badezimmer, egal in welchen Land. Interessant ist es eben doch, weil es schließlich diese kleinen aber feinen Unterschiede gibt. Diese werde ich hier nun kurz mal beschreiben (bitte keine Herzinfarkte ;-) )

Das Klo ist von drei Seiten eingemauert, so dass es unter keinen Umständen eingesehen werden kann, wenn jemand die Tür öffnet. Wenn ihr mich fragt: Das finde ich echt super! Sollte es in Deutschland ruhig auch (öfter) geben. Naja, natürlich gibt es da auch einen kleinen Haken. Es mangelt hier an Wasserdruck und deshalb muss das Klopapier in dem Mülleiner (mit speziellem Müllbeutel) und nicht in die Kloschüssel. Genau das beachten einige Studenten an der UNINTER nicht und deswegen haben die 3-4 Klofrauen oder -Männer pro Toilette dort auch immer wieder genug zu tun; über den Campus berichte ich aber ein ander Mal.
Das mit dem Klopapier nicht in die Toilettte werfen ist am Anfang zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach 2 Tagen hatte ich das drin. Nur bevor einer fragt: Nein, es stinkt nicht, der Müllbeutel wird täglich gewechselt.

Dann ist in meinem Bad noch die Dusche. Auch die ist, wie auch fast alle Schränke hier, gemauert. Das besondere Highlight hier ist der Spiegel, so kann ich mein Gesicht im Spiegel betrachten, während ich dusche :lol:
Was ich noch praktisch finde sind die zwei Duschköpfe, einer ist fest installiert und der andere ist zum in die Hand nehmen, wie man es aus Deutschland kennt. Der Wasserdruck macht sich hier auch bemerkbar, aber daran hab ich mich schon gewöhnt.

Tja und last but not least natürlich das Waschbecken. Es ist natürlich auch gemauert und an der Wand ist ein Regal eingemauert für den Krempel, den man im Bad eben so hat.
Neben dem Waschbecken hab ich noch zwei Handtuchhalter und im Fenster einen Ventilator, dessen Bedienung sich mir aber noch nicht erschlossen hat.

Da ich jetzt schon mehrfach gefragt wurde, wie meine Unterkunft ist, habe ich mir gedacht, dass ich die am besten mal beschreibe.
Fangen wir heute mit dem wichtigsten an: Mein Zimmer “mi cuarto”

In der Mitte von meinem Zimmer befindet sich ein ca. 1,40m breites Bett, welches tagsüber mit einer, hm, sagen wir violetten (auf dem Foto ist leider nicht die ganze Wahrheit zu erkennen) Tagesdecke abzudecken ist. Am Kopfende von meinem Bett ist das Fenster. Es ist sehr gemütlich und ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, soviel Platz für mich alleine zu haben. Ich hatte vor meiner Abreise ja auch ein wenig Angst, weil ich an die betten in England, Spanien und Italien dachte, die eher als Folterinstrumente geeignet waren, denn zur Erholung. Die Matratze ist, meiner Meinung nach, aber genau richtig!

Blickt man Richtung Fenster (steht also am Fußende vom Bett), dann befindet sich rechts vom Bett an der Seitenwand mein Schreibtisch. Stuhl davor, Regal daneben und fertig ist meine kleine Arbeitsecke. Wobei ich Vokabeln und Konjugationen doch irgendwie lieber lerne, wenn ich mich auf dem Bett breit gemacht hab ;-)

Zwischen Bett und Schreibtisch ist ein Art Einbaunachttisch, den ich als Schuhschrank nutze. Die andere Seite vom Bett ist spiegelverkehrt, nur ist da eben kein Schreibtisch.

Mi cuarto

Mi cuarto

Gegenüber des riesigen Fensters ist eine Wand mit großen Einbauschränken. Die Seitenwände sind gemauert und die Türen sind aus dunkel lasiertem Holz. Diese Art von Möbeln findet sich im gesamten Haus. Ich habe zwei abschließbare und zwölf nicht abschließbare Schubladen, dazu noch jede Menge Platz an der Kleiderstange.

Oben steht dann im Schrank mein Fernseher, mit geschätzten (hatte noch nicht die Muse alle durchzuzappen) 66 Kanälen. Die meisten sind auf Spanisch, viele aber auch Englisch mit spanischem Untertitel. Das einzige was ich bisher länger als zehn Minuten angesehen habe ist der Prinz von Bel Air auf Spanisch. Die mexikanische Version der Miniplayback-Show für Erwachsene (!) hab ich nach dem ersten Song weggezappt, obwohl allein die Jury einfach zum totlachen komisch war :-)

Naja, an der Decke hängt noch etwas wichtiges, eine Lampe mit eingebautem Ventilator, dieser soll angeblich auch als Mückenschutz dienen, weil die dann laut Auskunft meiner Gastfamilie nicht mehr riechen können wo ich bin.

Vom Flieger aus ging es zuerst zum Stand mit den Formularen. Eines für die staatliche Gesundheitsbehörde und eines für die Einwanderung. Das zweite (die Touristenkarte) hatte ich ja schon im Flieger bekommen. Dann ging es zur Einwanderung, soweit ich die Zahl richtig entziffert habe, darf ich 90 Tage bleiben. Dann ging es endlose Gänge entlang zur Gepäckausgabe, wo auch das Formular der Gesundheitsbehörde eingesammelt wurde. Ich hatte Glück und hab noch einen freien Gepäckwagen ergattert.

Nachdem endlich meine Koffer kamen durfte ich ans nächste Formular, das für den Zoll. Jedes Gepäckstück wurde geröngt, ich wurde gefragt, welche Lebensmittel ich mit habe und dann kam der berühmte rote Knopf!
Grünes Licht, also schnell zum Ausgang, wo mein Fahrer schon ungeduldig auf mich wartete. Irgendwie wusste er nichts von der Stunde Verspätung.

Dann wollte ich Geld wechseln, aber die Wechselstube hatte kein Geld mehr. Dann rannte mein Fahrer mit dem Londonkoffer Richtung Auto. Ich war bereits 22 Stunden wach und nicht mehr in der Lage zu rennen. Außerdem war es im Flughafengebäude sehr heiß und mit meinen verschwitzten Händen hatte ich Probleme den Hartschalenkoffer zügig zu ziehen.

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Ich habe Antwort von meiner Gastfamilie erhalten!!! :-)

Ich habe natürlich nichts verstanden. Naja, das “Hola” und “Besos y Abrazos” schon, aber sonst war ich mal wieder auf Karstens Hilfe angewiesen. Dank ihm bin ich auch zu einer sinnvollem Übersetzung gekommen, weil Babelfish nur so schöne Sätze wie den in der Überschrift ausspuckt.

Karstens Übersetzung lautet:
“Auch gibt es vielerorts viel schönes zu entdecken”

Jetzt ist meine Vorfreude natürlich noch um ein Vielfaches gestiegen, schließlich bin ich schon mitten im Abschied nehmen. Letzte Woche von meinem einen Chef, gestern vom andern, morgen von den meisten Kollegen… *seufz*
Aber wirklich richtig los gehts mit dem “Tschüss”-Sagen erst nächste Woche los, wenn Meine Lieben dran sind.

Achja, der aktuelle Countdown:

7 Tage 17 Stunden 3 Minuten und 15 Sekunden

bis zum Abflug.

Ich habe grade eben endlich die eMail an meine Gastfamilie losschicken können. Ich fand es ziemlich schwierig sich einer wildfremden Familie kurz vorzustellen und das auch noch auf Spanisch! Aber ich bin ja schlau und hab Karsten um Hilfe gebeten, als der mit seinem Spanisch am Ende war hat er einen Bekannten fragt und schon einen Tag später hatte ich was ich wollte! :-)

Hier an ganz prominenter Stelle noch einmal: DANKE !!! DANKE !!! DANKE !!!

Tja, jetzt sitze ich hier und warte auf eine Antwort von meiner Gastfamilie. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar recht gering, dass ich alles verstehe, aber zumindest den groben Inhalt könnte ich vielleicht mit Hilfe vom Wörterbuch entschlüsseln…

Die letzten Vorbereitungen laufen natürlich auch: Mit der Bank sprechen, Packliste fertig machen, Einkäufe erledigen, mit Freunden treffen, Kontaktdaten sammeln, Notfallrufnummern zusammenstellen…

Ich habe ja auch nicht mehr viel Zeit, denn in

9 Tagen 11 Stunden 23 Minuten 50 Sekunden

startet mein Flieger!

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